Wissenswertes über Honig

Ist Honig das gleiche Süßungsmittel wie Zucker oder doch wesentlich gesünder als raffinierter Zucker?

Warum wird Honig mit der Zeit fest?

Wirkt Honig tatsächlich entzündungshemmend?

Inhaltsstoffe

Qualitätshonig kann bis zu 30 verschiedene Zuckerverbindungen enthalten. Bienen erzeugen mit ihren Körperdrüsen Fermente, welche in der Lage sind, Mehrfachzucker in Einfachzucker umzuwandeln. Deshalb schwanken die einzelnen Zuckeranteile von Honig zu Honig zwischen folgenden Werten:
28-34% Traubenzucker (Glucose)
20-38% Fruchtzucker (Fructose)
3-12% Mehrfachzuckerverbindungen wie Malzzucker (Maltose), Rohrzucker (Saccharose), Isomaltose, Erlöse, Kestose, Melezitose, usw.

Da die Fermente im Honiggefäß weiterwirken und die einzelnen Zuckerverbindungen Kristalle bilden, wird der Honig bei einer Lagerung von Plustemperaturen fest. Dieses Festwerden wird als kandieren bezeichnet.
Honig mit hohem Traubenzuckeranteil werden sehr rasch fest (z. B. Rapshonig), während Honige mit mehr Malzzuckeranteil langsam kandieren.
Frau R. Frank (Dipl. Oecotrophologin) aus Roseburg schreibt in ihren Aussendungen, dass Honig mit dem vom menschlichen Körper rasch aufnehmbaren Traubenzucker und dem insulinabhängigen Fruchtzucker und Mehrfachzucker in einem äußerst günstigen Verhältnis befinden und somit eine kurz- und langfristige Energieversorgung im menschlichen Körper gewährleistet ist.

Abgesehen davon, dass raffinierter Zucker im Gegensatz zu Honig, völlig frei von Mineralstoffen ist, wird dem menschlichen Körper während der Verdauung von raffiniertem Zucker Mineralien und Vitamine, vor allem Vitamin B entzogen. Honig dagegen bringt sein eigenes Vitamin B1 (Thiamin) mit, sodass im Gegensatz zum Zucker bei der Verdauung von Honig kein Mangel entsteht. Im Gegenteil: der Körper wird mit Mineralien und anderen wertvollen Stoffen versorgt.

Vitamine

Da Honig wenig Fett enthält, sind auch die fettlöslichen Vitamine kaum vorhanden. Wohl aber die wasserlöslichen Vitamine C, B1, B6 in geringen Mengen. Man kann den Honig jedoch nicht als Vitaminquelle bezeichnen.
Allerdings wirken Vitamine in Verbindung mit Spurenelementen oft besonders wertvoll. Frau Dipl. Pectoris. R. Frank schreibt, dass Vitamin C das im Honig vorhandene Eisen in eine gut verwertbare Form überführt, oder dass das Zusammentreffen von Mangan mit Vitamin B1 dessen Wirkung wesentlich verbessert.
Auch wenn man den Vitaminanteil im Honig vernachlässigen kann, so muss erwähnt werden, dass die vorhandenen Vitamine im Honig von unserem Körper vollständig verwertet werden können, anders Vitamine in Pillenform.

Enzyme und Inhibine

Enzyme sind Stoffe, die im Körper in kleinsten Mengen chemische Reaktionen einleiten, also wichtige Aufgaben erfüllen. Im Honig konnten bisher 12 versch. Enzyme nachgewiesen werden, dabei sind die Invertase, die Diastase und die Glucoseoxidase die bedeutesten.
Die Invertase spaltet Saccharose in Fructose und Glucose, die Diastase spaltet Stärke in Zuckerverbindungen und die Glucoseoxidase
baut Glucose in Gluconsäure ab, wodurch der Honig schwach sauer wird. Der dabei frei werdende Sauerstoff (Wasserstoffperoxyd) und die Gluconsäure sind in der Lage, Bakterien und Hefen in ihrer Entwicklung zu hemmen oder abzutöten. Diese Eigenschaften des Honigs lassen sich im Labor leicht überprüfen, denn schon in einer 17%igen Honiglösung (frischer, nicht erhitzter Honig) haben selbst die aggressiven Staphylococcus aureus, die sonst kohlenhydrat – und eiweißreiche Lebensmittel befallen und schwere Brechdurchfälle hervorrufen, keine Entwicklungsmöglichkeit.
Die alten Hausmittel, Milch mit Honig oder Tee mit Honig, haben also ihre Berechtigung!
Nicht nur innerlich Schütz der Honig vor Krankheitserregern sondern auch äußerlich. In vielen Ländern wird deshalb Honig auch auf Wunden aufgetragen, der Honig hemmt die Bakterien in ihrer Entwicklung und fördert so die Wundheilung.
Stoffe, die Bakterien, Bazillen, Pilze usw. in ihrer Entwicklung hemmen oder sogar abtöten, nennt man Inhibine. Inhibine helfen den Bienen, einerseits den Honig haltbar zu machen und andererseits das Bienenvolk vor Krankheiten zu schützen.
Enzyme und Inhibine sind Licht- und wärmeempfindlich. Sowohl der Imker als auch der Honigkunde müssen den Honig schonend behandeln, denn schon ab 45 Grad leidet die Invertase und beim längeren Erhitzen oder bei Temperaturen über 70 Grad werden Enzyme und Inhibine unwirksam. Honigkauf ist also Vertrauenssache! Wenn ein Honig stark überhitzt wurde, kandiert er nicht mehr, was ein sicheres Qualitätskriterium darstellt.

Mineralstoffe

Waldhonig enthält im Gegensatz zu Blütenhonig mehr Mineralstoffe. Er enthält mehr Kalium, wohingegen der Blütenhonig mehr Natrium, Kalzium und Magnesium enthält.
In allen Honigen finden wir jedoch alle Mineralstoffe, wie Magnesium, Natrium, Kalium, Kalzium, Chloride und Phosphate. Aber auch die sogenannten Spurenelemente ( der Mensch braucht davon nur geringe Mengen, deshalb Spuren) wie Eisen, Kupfer, Mangan, Kobalt, Jod, Fluor, Chrom, Silicium, Zink usw. Sind im Honig vorhanden.
Mineralstoffe und Spurenelemente sind für das Funktionieren des Stoffwechsels im menschlichen Körper verantwortlich. So regelt Natrium den Wasserhaushalt und die Säurebildung im Magen, Kalium die Tätigkeit von Muskeln und Nerven, Magnesium die Nervenfunktion und den Blutdruck, Eisen und Kupfer den Aufbau des Blutfarbstoffes und der Blutkörperchen usw.

Quelle: Hans Trenkwalder

Was kann ich tun, wenn mein Honig fest geworden ist?

In einen Topf mit Wasser das Honigglas stellen und bis max. 40 Grad (besser 37 Grad; Thermometer verwenden!) den Honig wieder, je nach Konsistenzwunsch, erweichen oder verflüssigen. Bitte nicht über 40 Grad erhitzen, da sonst wertvolle Inhaltsstoffe im Honig zerstört werden. Erwärmt sich der Honig, kann er mit einem Löffel aufgerührt werden.